Steigende Rohstoffpreise: So schützen Sie Ihre Margen
Ein Anstieg der Zutatenpreise um 5 % kann Ihren Gewinn halbieren. Methode zur Berechnung der tatsächlichen Auswirkungen und Anpassung Ihrer Preise.
Warum eine Preiserhöhung von 5 % bei den Zutaten Ihren Gewinn halbieren kann
Handwerkliche Bäcker arbeiten mit knappen Nettomargen — oft zwischen 3 und 8 % des Umsatzes. Das macht Rohstoffpreiserhöhungen besonders gefährlich.
Ein realistisches Beispiel: Eine Bäckerei erzielt 400 000 EUR Jahresumsatz bei 5 % Nettogewinn, also 20 000 EUR Gewinn. Der Rohstoffeinkauf beläuft sich auf 120 000 EUR (30 % des Umsatzes).
Steigen die Lieferantenpreise um durchschnittlich 5 %, betragen die Mehrkosten jährlich 6 000 EUR. Der Gewinn sinkt von 20 000 auf 14 000 EUR: −30 % Ergebnis — wegen einer Erhöhung, die unbedeutend erschien.
Die Auswirkung ist produktbezogen noch stärker. Ein Blätterteiggebäck, bei dem Butter 35 % des Wareneinsatzes ausmacht, verliert seine Marge deutlich schneller als ein einfaches Brötchen.
Die 3 teuersten Reflexe
- Schlucken und abwarten. Jeder Monat, in dem Sie die Erhöhung tragen, ist ein endgültiger Verlust. Und die Preissteigerungszyklen bei landwirtschaftlichen Rohstoffen können 12 bis 24 Monate dauern.
- Alle Preise um denselben Prozentsatz erhöhen. Ein Kastenweißbrot (wenig Butter) und ein Buttercroissant (sehr viel Butter) sind nicht gleich betroffen. Eine pauschale Erhöhung gleicht die tatsächlich betroffenen Produkte nur unzureichend aus.
- Überstürzt den Lieferanten wechseln, um 10 Cent zu sparen. Eine Zutat minderer Qualität kann eine Rezeptur beeinträchtigen, treue Kunden enttäuschen und langfristig deutlich teurer werden.
So messen Sie die tatsächliche Auswirkung auf jede Rezeptur
Die Methode in 3 Schritten:
- Identifizieren Sie die betroffenen Zutaten anhand Ihrer letzten Rechnungen (Butter, Mehl, Schokolade, Eier …).
- Für jede Rezeptur, die diese Zutat verwendet, berechnen Sie den Wareneinsatz mit dem neuen Preis neu.
- Vergleichen Sie mit Ihrem Verkaufspreis: Fällt die Rohstoffmarge unter Ihre kritische Schwelle, muss dieses Produkt überprüft werden.
Beispiel: Ein Schoko-Croissant wird für 1,60 EUR verkauft, Gesamtkosten 1,15 EUR, Marge 0,45 EUR. Die Butter (80 g, 35 % des Wareneinsatzes) steigt um 20 %:
| Vor der Erhöhung | Nach der Erhöhung | |
|---|---|---|
| Butterkosten in der Rezeptur | 0,40 EUR | 0,48 EUR |
| Gesamtkosten | 1,15 EUR | 1,23 EUR |
| Marge | 0,45 EUR (28 %) | 0,37 EUR (23 %) |
Bei 100 Schoko-Croissants pro Tag übersteigt der jährliche Verlust 2 900 EUR allein bei diesem Produkt.
Gut zu wissen
LogiBake berechnet automatisch die Marge jeder Rezeptur neu, sobald Sie eine neue Lieferantenrechnung erfassen. Sie sehen sofort, welche Produkte an Rentabilität verloren haben.
Wann und um wie viel die Verkaufspreise erhöhen
Zwei praktische Regeln:
- Erhöhen Sie nicht bei jeder Schwankung. Die Preise landwirtschaftlicher Rohstoffe schwanken monatlich. Warten Sie, bis eine Erhöhung über 2 bis 3 aufeinanderfolgende Monate bestätigt ist, bevor Sie einen Teil an Ihre Verkaufspreise weitergeben.
- Erhöhen Sie die am stärksten betroffenen Produkte, nicht alle pauschal. Eine butter- und schokoladenreiche Torte verdient eine stärkere Anpassung als ein Traditionsbrötchen.
Empfohlene Spanne: 3 bis 7 % bei den betroffenen Produkten, ein- bis zweimal pro Jahr. Schrittweise, gezielte Erhöhungen werden besser angenommen als eine plötzliche Generalrevision.
Idealer Zeitpunkt: September (Schulbeginn) und Anfang Januar. Kunden erwarten Preisänderungen zu diesen Zeitpunkten eher.
Die Erhöhung mitteilen, ohne Kunden zu verlieren
Transparenz ist Ihr bester Verbündeter. Die Kunden einer handwerklichen Bäckerei verstehen wirtschaftliche Realitäten — vorausgesetzt, man erklärt sie ihnen einfach.
Was funktioniert:
- Ein kurzer, ehrlicher Satz an der Kasse oder in der Auslage: „Unsere Preise berücksichtigen die gestiegenen Rohstoffkosten."
- Die Qualität der Zutaten hervorheben: Markenbutter, Mehl von der regionalen Mühle. Der Kunde akzeptiert einen fairen Preis, wenn er den Wert versteht.
- Zuerst die Produkte erhöhen, bei denen die Erhöhung am meisten gerechtfertigt ist, und die Preise der Ankaufprodukte (Brötchen, einfaches Croissant) stabil halten.
Was schadet:
- Übermäßig erklären und sich entschuldigen: Das lenkt die Aufmerksamkeit auf den Preis statt auf den Wert.
- Ohne Ankündigung erhöhen: Stammkunden bemerken es immer und empfinden es als unangenehme Überraschung.
LogiBake ersetzt nicht Ihr Können.
Es gibt Ihnen die Werkzeuge, um das Beste daraus zu machen.