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Hygiene und Konformität

Lebensmittelrückverfolgbarkeit: So finden Sie eine Mehlcharge vom Lieferanten in 2 Minuten

Bei einem Produktrückruf zählt jede Minute. Konkrete Methode, um von 30 Minuten auf 2 Minuten zu kommen und Ihre Lieferantenrückverfolgbarkeit abzusichern.

6 Min. Lesezeit
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Rückverfolgbarkeit: eine gesetzliche Pflicht seit 2005

Die EU-Verordnung Nr. 178/2002 verpflichtet jeden Lebensmittelunternehmer, folgende Angaben nachweisen zu können:

  • Wer jeden Rohstoff geliefert hat (Lieferant + Kontaktdaten).
  • Was: Art des Produkts, Chargennummer, Lieferdatum.
  • An wen verkauft wurde (nur bei B2B-Geschäften).

Im Falle einer Lebensmittelwarnung (Produktrückruf) müssen Sie die Frage beantworten können: „In welchen Produkten habe ich das Mehl der Charge X, geliefert am Datum Y, verwendet?" Die Antwort muss innerhalb von 4 Stunden vorliegen.

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Warum Papierordner nicht mehr ausreichen

Die meisten Bäckereien arbeiten nach wie vor mit Ordnern voller Lieferscheine. Das Problem:

  • Eine Charge finden in 6 Monaten Lieferscheinen dauert 20 bis 40 Minuten.
  • Die Verbindung Zutat-Rezeptur existiert auf Papier nicht. Sie wissen, dass Sie Weizenmehl Charge 2024-0847 erhalten haben — aber in welchen Rezepturen haben Sie es verarbeitet?
  • Lieferscheine gehen verloren oder werden unleserlich: verblasste Tinte, zerrissene Blätter, falsche Ablage.

Einen Produktrückruf in 4 Stunden mit Papierordnern zu beantworten ist äußerst ambitioniert.

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Die Methode, um eine Charge in 2 Minuten zu finden

Das Prinzip: Jede eingescannte Lieferantenrechnung wird automatisch mit den betreffenden Zutaten verknüpft. Jede Zutat ist mit den Rezepturen verknüpft, die sie verwenden.

Die Rückverfolgbarkeitskette:

  1. Lieferant → Rechnung/Lieferschein → Charge + Datum.
  2. Zutat → verknüpft mit den Rezepturen, die sie verwenden.
  3. Rezeptur → verknüpft mit den verkauften Fertigprodukten.

Bei einer Warnung geben Sie den Zutatennamen oder die Chargennummer ein. Mit 2 Klicks erhalten Sie die vollständige Liste aller betroffenen Produkte und Produktionsdaten.

Gut zu wissen

LogiBake erstellt diese Kette automatisch. Jede eingescannte Rechnung wird den Zutaten zugeordnet, und jede Zutat ist bereits in Ihren Rezepturen vorhanden. Die Rückverfolgbarkeit ist eingebaut.

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Beispiel: Rückruf einer kontaminierten Buttercharge

Szenario: Ihr Lieferant informiert Sie, dass die Buttercharge BT-2026-0312, geliefert am 5. März, potenziell mit Listerien kontaminiert ist.

Mit Papierordnern:

  1. Lieferschein vom 5. März finden: 10 Min.
  2. Rezepturen identifizieren, die Butter verwenden: 15 Min. (aus dem Gedächtnis).
  3. Betroffene Produktionsdaten ermitteln: 20 Min. (Papierplanung).
  4. Gesamt: mindestens 45 Minuten, mit Risiko, etwas zu übersehen.

Mit digitaler Rückverfolgbarkeit:

  1. „BT-2026-0312" suchen: 10 Sekunden.
  2. Ergebnis: alle Rezepturen + Produktionsdaten aufgelistet.
  3. Gesamt: unter 2 Minuten, vollständig.
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So führen Sie die digitale Rückverfolgbarkeit ein

Sie müssen nicht alles auf einmal digitalisieren. Folgende Schritte genügen:

  1. Scannen Sie Ihre Lieferantenrechnungen beim Wareneingang. Foto oder Scan — ein einziger Handgriff.
  2. Verknüpfen Sie jede Zutat mit ihrem Lieferanten in Ihrer Software.
  3. Ihre Rezepturen sind bereits erfasst: Die Verbindung Zutat → Rezeptur existiert bereits.
  4. Testen Sie: Führen Sie einmal pro Quartal eine interne Rückrufübung durch.

Nach 2 Wochen Praxis ist Ihr Team eigenständig.

Fazit

Papierbasierte Rückverfolgbarkeit ist eine gesetzliche Pflicht, die theoretisch niemand bestreitet — die aber im Ernstfall eines echten Produktrückrufs nicht mehr handhabbar ist. Die Umstellung auf ein digitales System dauert höchstens zwei Wochen — und ein einziger Lebensmittelskandal reicht, um zu verstehen, warum sie unverzichtbar ist.

LogiBake ersetzt nicht Ihr Können.

Es gibt Ihnen die Werkzeuge, um das Beste daraus zu machen.