Lebensmittelsicherheitskonzept: ein lebendiges, einsatzfähiges Dokument aufbauen
Ein Referenzdokument für jeden Handwerker in der Lebensmittelproduktion: gute Hygienepraxis, HACCP, Rückverfolgbarkeit, Eigenkontrollen. Bauen Sie ein Lebensmittelsicherheitskonzept auf, das wirklich funktioniert.
Was ist das Eigenkontrollkonzept und wen betrifft es
Das Eigenkontrollkonzept (Plan de Maîtrise Sanitaire, PMS) ist das Referenzdokument, das sämtliche Maßnahmen beschreibt, die ein Betrieb ergreift, um die Lebensmittelsicherheit seiner Erzeugnisse zu gewährleisten. Es wird von jedem Unternehmen der Lebensmittelbranche erwartet — auch von handwerklichen Bäckereien und Konditoreien, die von einer einzigen Person in der Backstube betrieben werden.
Konkret fasst das Eigenkontrollkonzept in einem einzigen Ordner (oder auf einem digitalen Träger) alles zusammen, was ein Kontrolleur bei einem Besuch verlangen kann: Verfahrensanweisungen, Aufzeichnungen, Schulungsnachweise, Reinigungspläne, Temperaturaufzeichnungen, HACCP-Plan.
Es handelt sich nicht um ein starres Dokument: Es ist ein Steuerungsinstrument, das die Realität Ihrer Backstube zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegeln muss.
Zum Mitnehmen
- ✓Das Eigenkontrollkonzept ist ab dem ersten Beschäftigten verpflichtend
- ✓Es muss physisch im Betrieb vorhanden sein
- ✓Der Kontrolleur kann es gleich zu Beginn der Kontrolle verlangen
Die 3 Bestandteile: Gute Hygienepraxis, HACCP, Rückverfolgbarkeit/Rückruf
Das Eigenkontrollkonzept gliedert sich in drei sich ergänzende Säulen, die jeder Handwerker kennen muss:
- Die Gute Hygienepraxis (BPH): das tägliche Fundament. Personalhygiene, Reinigung der Räume, Schädlingsbekämpfung, Abfallmanagement, Wartung der Geräte, Wasserqualität. Diese Praktiken beugen Kontaminationen im Vorfeld vor.
- Der HACCP-Plan: die spezifische Gefahrenanalyse Ihrer Tätigkeit. Ermittlung der kritischen Punkte (Garen von Cremes, Abkühlen von Torten, Kontrolle der Lagertemperaturen), einzuhaltende Grenzwerte, Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen.
- Die Rückverfolgbarkeit und der Umgang mit nicht konformen Produkten: in der Lage sein, die Herkunft einer Zutat nachzuvollziehen und im Alarmfall eine verdächtige Charge zurückzuziehen/zurückzurufen. Formalisiertes Verfahren, Lieferantenregister, Umgang mit unverkaufter Ware.
Diese drei Säulen verstärken sich gegenseitig: Ohne Gute Hygienepraxis hält das HACCP-Konzept nicht; ohne Rückverfolgbarkeit nützt das HACCP-Konzept am Tag eines Rückrufs nichts.
Gut zu wissen
Ein wirksames Eigenkontrollkonzept besteht nicht aus drei getrennten Dokumenten, sondern aus einem System, in dem jedes Verfahren auf die anderen verweist. Ein Reinigungsplan verweist auf das verwendete Wasserverfahren, das seinerseits auf die Rückverfolgbarkeit des Wartungsvertrags verweist.
Das Eigenkontrollkonzept Schritt für Schritt aufbauen
Hier ein pragmatisches Vorgehen, um ein funktionsfähiges Eigenkontrollkonzept aufzubauen:
- Die eigene Tätigkeit erfassen: Ablaufschema der Lebensmittel (Warenannahme → Lagerung → Produktion → Verkauf), Liste der Geräte, Organigramm des Personals.
- Die anwendbare Gute Hygienepraxis auflisten: von einem anerkannten Leitfaden guter Hygienepraxis für Bäckereien ausgehen, ihn um das Nicht-Anwendbare bereinigen und um das Spezifische ergänzen.
- Den HACCP-Plan aufbauen: die Gefahren je Arbeitsschritt ermitteln, die kritischen Lenkungspunkte (CCP) bestimmen (Garen, Abkühlen, Kühllagerung), Grenzwerte und Korrekturmaßnahmen festlegen.
- Die Rückverfolgbarkeit formalisieren: Lieferantenregister, interne Kennzeichnung der Rohstoffe, Rückrufverfahren.
- Die Aufzeichnungen vorbereiten: Temperaturaufzeichnungsblätter, Reinigungsplan, Schulungsnachweise. Genau diese sieht sich der Kontrolleur am häufigsten an.
- Das Team schulen: Ein Eigenkontrollkonzept, das niemand kennt, ist nutzlos. Eine Sitzung von einer Stunde pro Quartal genügt, um die Hygienekultur aufrechtzuerhalten.
Gut zu wissen
Beginnen Sie nicht damit, auf einen Schlag 80 Seiten zu verfassen. Fangen Sie mit den Aufzeichnungen an (Messwerte, Reinigungspläne), die als Erstes eingesehen werden, und ergänzen Sie die Verfahren dann nach und nach.
Temperaturen, Reinigung, Wareneingänge, Rückverfolgbarkeit: In LogiBake liegt Ihre gesamte HACCP-Dokumentation am selben Ort. Die Aufzeichnungen, die der Prüfer zuerst einsieht, sind immer bereit.
Das HACCP-Modul entdeckenDas Eigenkontrollkonzept aktualisieren
Ein Eigenkontrollkonzept ist niemals fertig. Es muss sich jedes Mal weiterentwickeln, wenn sich Ihre Tätigkeit ändert. Die typischen Auslöser für eine Aktualisierung:
- Neue Produktpalette: Torten, maschinell hergestelltes Feingebäck, Partyservice, Speiseeis. Jede Kategorie bringt neue zu analysierende Gefahren mit sich.
- Wechsel der Geräte: neuer Ofen, neuer Schockkühler, neue Kühlzelle.
- Eintritt eines neuen Beschäftigten: dessen Schulungsnachweis dem Hygieneschulungsregister hinzufügen.
- Lieferantenwechsel: neues technisches Datenblatt, neue potenzielle Allergene, neue Rückverfolgbarkeit.
- Festgestellte Nichtkonformität: infolge einer Kontrolle, einer internen Abweichung oder einer Kundenreklamation muss die Korrekturmaßnahme im Eigenkontrollkonzept dokumentiert werden.
Fehlt ein solches Ereignis, ermöglicht eine vollständige jährliche Überprüfung sicherzustellen, dass das Dokument die Realität weiterhin widerspiegelt. Das ist zugleich die Gelegenheit, ältere Aufzeichnungen zu archivieren (empfohlene Mindestaufbewahrung: 3 Jahre).
Dokument zu Informationszwecken bereitgestellt. Die endgültige Konformität liegt in der Verantwortung des Betriebs und muss bei den zuständigen Lebensmittelbehörden geprüft werden.
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